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Deutsche Rentner

Deutsche Rentner suchen ihr Glück im Ausland

Die Häuser sind billig, das Wetter ist besser. Deshalb ziehen viele Deutsche im Alter ins Ausland. Doch nicht alle finden dort ihr Glück. Und der Weg zurück nach Deutschland kann schwierig sein.

Es sollte ihr Paradies werden: eine Villa im bulgarischen Dorf Mogilishte. Vor acht Jahren kam das Ehepaar Eschke aus Deutschland hierher, kaufte für eine bescheidene Summe ein großes Anwesen und wollte hier alt werden. Doch dann kam alles ganz anders.

Die Kameras und die Alarmanlage … [das] ist zur eigenen Sicherheit – für diebisches Volk oder Betrüger, Abzocker, die hier rumfahren, die ausspionieren, weil die nicht anders weiterwissen [als] zu stehlen. Sonst könnten die nicht überleben …

Die Menschen sind arm hier?

Die sind arm – bettelarm, bettelarm.

Das Haus gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Die Überwachungskameras laufen Tag und Nacht. Eschke traut kaum noch jemandem in seinem Dorf.

Auf der Kamera eins seht ihr dieses Grundstück vis-à-vis. Die Kamera zwei bringt unsere Orangeria, oder Gewächshaus auf Deutsch.

Der Aufwand, ihr Eigenheim zu schützen, ist riesig und kostet – Geld, das die Eschkes nicht haben. Denn ihr Leben im einst so günstigen Bulgarien wird immer teurer. Ihre ursprüngliche Kalkulation reicht nicht – nicht in Bulgarien und erst recht nicht mehr daheim in Deutschland.

Von 900 Euro kann ich daheim nicht leben, weil ich muss rechnen: Also, selbst die kleinste Wohnung kostet so ... na, sagen wir mal 400 Euro. So, da hab‘ ich auch noch kein Wasser bezahlt, da hab‘ ich keinen Strom bezahlt, da hab‘ ich noch nichts gegessen, da hab‘ ich kein Auto, keine Versicherung, gar nichts.

Deutschland ist keine Alternative. Aber in Bulgarien will Ralf Eschke nicht bleiben. Seine Nachbarn sind weggezogen – viele davon Deutsche und Briten, die wie er in großen Anwesen in Mogilishte alt werden wollten.

Also ich fühl‘ mich jetzt wirklich einsam.

Denn auch zu Bulgaren haben die Eschkes kaum Kontakt. Tanja, die Verkäuferin des Dorfladens, kennt Eschke zwar seit vielen Jahren, aber sie ist distanziert. Denn viel mehr als „Brot“, „Wasser“ oder „Danke“ kann Eschke nicht sagen. Was soll man da reden?

Ich hab‘ auch nicht so das Interesse dafür und ich hab‘ auch nicht die Zeit. Ich hab‘ dann angefangen, dafür zu lernen und dafür hatten wir viel zu viel Arbeit am Haus.

Auch nach acht Jahren in Mogilishte leben die Deutschen im Dorf isoliert.

Wir grüßen uns, das ist aber auch schon viel wert. Es gibt viele, die grüßen nicht mal mehr.

Enttäuschte Hoffnungen. Dabei hatten die Nähe zum Schwarzen Meer, das tolle Klima hier in der Region um Varna und die günstigen Preise die Eschkes einst für Bulgarien begeistert – so wie rund 25.000 andere deutsche und britische Rentner, die hierher ausgewandert sind. Jedes Jahr werden es mehr. Doch wie folgenschwer diese Entscheidung sein kann, ist vielen nicht klar.
Der Österreicher Manfred Schriefl kennt das Problem. Er leitet die Firma „Lebens-Residenz“ in Varna und berät deutsche Rentner, die nach Bulgarien wollen. Auch in diesem Apartmenthaus hat er Wohnungen vermittelt. Zurzeit ist hier ausgebucht. Doch er warnt davor, voreilig im Alter ins Ausland zu ziehen.

Sehr viele Leute werden auch getrieben von der Vorstellung, dass sie sich mit den möglichen finanziellen Mitteln hier ein goldenes Leben erkaufen können, und enden dann sehr oft in einer Spirale, wo das noch viel, viel schlimmer für sie wird. Wir haben einfach dann sehr oft Leute, die nicht mehr zurückkönnen, weil sie in Deutschland alles veräußert haben.

Doch nicht alle sind unzufrieden. Die 76-jährige Anna Lex aus Stuttgart wollte mit ihrem Mann auf dem Motorboot „Lara” rund um Europa schippern. Seit ihr Mann vor zwei Jahren unterwegs an einer schweren Krankheit starb, lebt sie allein im Jachthafen von Varna. Ihr Boot und Bulgarien sind zur neuen Heimat geworden. Sie will hierbleiben.

Die Leute haben noch Zeit – zum Reden zum Beispiel, beim Kaufmann so ... stehen bleiben und reden, das gibt‘s in Deutschland alles nicht. In Deutschland muss – also jetzt – muss alles zackzackzack, schnell, schnell, schnell, schnell [gehen]. Und das macht es dann liebenswürdig und dann ist die Landschaft schön, das Meer natürlich.

Für Bernadette und Ralf Eschke dagegen sind das Meer und die Strände heute kein Trost mehr.

Meine ehrliche Meinung: Ich würde nicht nach Bulgarien gehen. Ich ... Wir wollen weg, wir wollen nach Ungarn.

Doch in die alte Heimat Deutschland führt für die Eschkes wohl kein Weg mehr zurück.

e bescheidene Summe -n - niska cena
s Anwesen (-) - posiadłość
Rentner -/Rentnerin -nen 
e Alarmanlage -n - alarm
s diebisches Volk - beleidigend złodziejski naród
Betrüger -/Betrügerin -nen - oszust
Abzocker -/Abzockerin -nen ugs - oszust
abzoken - oskubać
jn/et ausspionieren - wyśledzić
nicht anders weiterwissen - nie wiedzieć co dalej
bettelarm - b. biedny
jm/et gleichen - być podobnym
r Hochsicherheitstrakt -e - część budynku/skrzydło o zaostrzonym rygorze
e Überwachungskamera -s - kamera do monitoringu
jm trauen - ufać kom. vertrauen
s Grundstück -e - działka
vis-à-vis
s Gewächshaus -häuser - szklarnia
r Aufwand Aufwände Pl selten - wkład 

s Eigenheim -e - własny dom
e Kalkulation -en
daheim - w domu
distanziert
viel wert sein - hier: nie być oczywistym
s Schwarze Meer
folgenschwer - fatalny
s Apartmenthaus -häuser
ausgebucht - bez wolnych miejsc
voreilig - przedwcześnie, pochopnie
treiben - skłaniać, napędzać
von et getrieben sein - hier: durch et motiviert sein
e Spirale -n
et veräußern - sprzedawać
schippern - płynąć statkiem 
r Jachthafen -häfen - port jachtowy
beim Kaufmann - hier: w sklepie spożywczym in einem Lebensmittelgeschäft
zackzack - szybko
liebenswürdig - uprzejmy, miły
r Trost (nur Sg) - pocieszenie

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Das Wattenmeer

Das Wattenmeer – ein Naturerlebnis


Das Wattenmeer auf Norderney gehört seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Bei Führungen können Touristen dort die Natur erleben. Sie lernen nicht nur viel über Tiere, sondern auch einen respektvollen Umgang mit der Natur.

Krebse, Muscheln und Seesterne – insgesamt rund zehntausend Tier- und Pflanzenarten leben hier im Rhythmus der Gezeiten. Bei Wattführungen könnt ihr diesen Lebensraum erforschen. Eine faszinierende Welt, die seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Auch Dünen, Salzwiesen und Sandbänke gehören zur Schutzzone. Das Highlight aber ist ein Besuch bei den Seehunden, den beliebtesten Bewohnern des Watts. Ausflugsboote bringen euch ganz nah ran an die scheuen Tiere. Das solltet ihr nicht verpassen. Um diese Natur in ihrer Vielfalt zu erhalten, wurden schon vor mehr als 30 Jahren große Teile Norderneys zum Nationalpark erklärt. Die Insulaner waren erst einmal nicht so begeistert.

Das hat auch ’ne ganze Zeit gedauert. Da war Misstrauen sicherlich auf beiden Seiten: Die wollen nur ihren Tourismus, die wollen nur ihren Naturschutz. Aber das hat sich dann doch anschließend sehr schnell erledigt.

Mittlerweile ist das Wattenmeer längst Teil des touristischen Konzepts. Ranger des Nationalparks machen Besucher mit den Wattbewohnern bekannt – zum Beispiel dem Strandfloh.

Das ist das Chamäleon der Nordsee. Die leben auf dem Meeresboden, graben sich ein und können sich über ihre Pigmente, also diese Punkte, ein bisschen dunkler färben.

Ich bin zum ersten Mal auf dem Watt und ziemlich sprachlos, was man da alles finden kann.

Es ist klasse.

Traumhaft irgendwo.

Wir kommen auf jeden Fall wieder.

Ich find’s auch lustig, durch den Schlick zu laufen und dieses leckere – wie heißt es – Salzgras zu essen. Ist sehr toll und spannend.

Und plötzlich sehen die Besucher nicht nur Schlick und Schlamm, sondern erkennen Zusammenhänge. Das ist genau das, was die Ranger erreichen wollen.

Hier muss man erst sehr genau hingucken, man muss sehr fein da rangehen, um zu erkennen, was für eine Vielfalt hier herrscht. Sie ist nicht so offensichtlich und nicht so pompös wie in den Tropen, aber sie kann, wenn man genauer hinguckt, genauso begeistern und ist genauso schön.

Wenn alles gut läuft, sind die Gäste bei ihrer Abreise achtsamer und haben mehr Respekt für die Landschaft, in der sie Urlaub machen.

r Krebs -e - rak
e Muschel -n - małż, muszla
r Seestern -e - rozgwiazda
r Rhythmus, Rhythmen
Gezeiten nur Pl - pływy morza
faszinierend
s UNESCO-Weltnaturerbe - Lista Światowego Dziedzictwa
e Düne -n - wydmy
e Salzwiese -n - słone mokradła
e Sandbank -bänke - mielizna
e Schutzzone -n - strefa chroniona
s Highlight -s  der Höhepunkt - główna atrakcja
r Seehund -e - foka
jn an et ranbringen = heranbringen - podprowadzić kog. do
scheu - płochliwy
e Vielfalt - różnorodność
et erhalten - zachować
et/jn zu et erklären - uznać
r Nationalpark -s - park narodowy
r Insulaner -/e Insulanerin, -nen - wyspiarz
s Misstrauen nur Sg - nieufność

s Wattenmeer -e = s Watt - Morze Wattów - akwen, pomimo nazwy niebędący morzem, obejmujący przybrzeżne wody Zatoki Niemieckiej. (południowo-wschodnia część Morza Północnego) Morze Wattowe obejmuje przybrzeżne wody Holandii, Niemiec i Danii
r Ranger -/ Rangerin -nen (aus dem Englischen) - jd, der in einem Gebiet mit viel Natur aufpasst, dass die Natur nicht zerstört wird, und Führungen mit Touristen durchführt
s Chamäleon -s
sich eingraben - zakopać się
sich färben - zabarwić się
s Pigment -e
klasse ugs - ekstra
irgendwo - gemeint ist hier: irgendwie jakoś
r Schlick -e - namuł iliasty
s Salzgras nur Sg - eine bestimmte Grasart, die in salzreichen Böden wächst
r Schlamm nur Sg - błoto, muł 
hingucken ugs - hinsehen spojrzeć
fein - hier ostrożnie
rangehen - gemeint ist hier: obchodzić się z czymś
pompös - z przepychem, pompatyczny
Tropen nur Pl - kraje tropikalne
achtsam - ostrożniejsi, uważniejsi

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unsere Daten

Das Geschäft mit unseren Daten

Mit unseren persönlichen Daten, die wir online hinterlassen, machen Firmen Gewinn, indem sie sie verkaufen. Ein Start-up-Unternehmen hat ein Geschäftsmodell entwickelt, bei dem die User einen Anteil des Geldes bekommen.

Facebook und Google haben leichtes Spiel: Wer auf den Plattformen Daten hinterlässt, der gibt freiwillig Informationen preis. Die Unternehmen können sie nutzen und mit ihrer Hilfe Werbung generieren – doch gehören ihnen deshalb die Daten? Zumindest in der EU gibt es ein neues Gesetz: Eigentümer bleiben die User. Doch müssten die dann nicht auch mitverdienen? Das deutsch-amerikanische Start-up Datawallet hat dafür ein Geschäftsmodell entwickelt. Die User bekommen einen Anteil, wenn ihre Daten verkauft werden.

Wenn wir in fünf bis zehn Jahren zurückblicken, wird uns das heute vorkommen wie das finstere Mittelalter der Daten, als wir keinerlei Kontrolle hatten und im Grunde jeder unsere Daten beanspruchen konnte und wir keinen Einfluss darauf hatten. In Zukunft werden Daten eines der wichtigsten Güter für Menschen sein und auch eine Einnahmequelle, von der sie leben können.

Außerhalb der EU gelten weniger strenge Datenschutzgesetze, zum Beispiel in den USA. In vielen Ländern gibt es überhaupt keine Regelungen. Datawallet will Daten bündeln und die User selbst entscheiden lassen, wer sie nutzen darf. Denn die Datenmenge ist riesig.
Soziale Netzwerke sammeln Kommentare, Statusmeldungen, Likes – und sie können daraus Emotionen ablesen. Informationen kommen auch aus hochgeladenen Fotos. Online-Shops sammeln Informationen über unsere Einkaufsvorlieben und unseren Lebensstil. Wer sich bei Partnerbörsen oder Online-Foren anmeldet, gibt seine Einstellungen preis. Wer Rabattkarten nutzt, teilt mit, wie viel Geld er ausgibt.
Doch richtig lukrativ wird es erst, wenn die Datenflut aufbereitet wird. Das übernehmen sogenannte Daten-Broker. Sie kaufen die Daten auf und versuchen mit Hilfe von Big-Data-Analysen, Zusammenhänge herzustellen. Daraus entsteht eine Art digitaler Steckbrief.

So ein Profil beschreibt einen Menschen, beschreibt Ängste, beschreibt Bedürfnisse, beschreibt vielleicht eine finanzielle Lage, um entsprechend Werbung auch auf den Geldbeutel zugeschnitten schalten zu können; beschreibt uns so gut, wie es selbst unsere besten Freunde kaum könnten.

Karsten Nohl ist Spezialist für Datensicherheit. Seine Firma berät Unternehmen. Den globalen Datenhandel sieht er kritisch. Denn es ist ein Milliardengeschäft – allerdings nur für wenige.

Google allein als eine Firma verdient im Jahr über 100 Milliarden Dollar mit geschalteter Werbung. Diese 100 Milliarden Dollar müssen natürlich irgendwo wieder reingeholt werden durch Produkte, die dann auf Basis dieser Werbung geschaltet [gekauft] werden. Das heißt, eine einzelne Firma verdient an jedem Nutzer hunderte bis tausende Dollar pro Jahr.

Datawallet dreht nun den Spieß um. Über die Webseite der Firma können die User ihre Daten selbst verwalten und bekommen einen Anteil beim Verkauf ihrer Daten. Noch ist Datawallet zu klein, um Facebook oder Google gefährlich zu werden. Dass die Giganten Daten sammeln, können sie nicht verhindern, doch sie wollen Fairness.

Im Grunde bieten wir den Leuten an, all ihre Daten, die sie im Internet erzeugt haben auf sämtlichen Plattformen, die sie nutzen, in ein Profil zu speichern und sie dann mit den Firmen zu teilen, die sie gut finden. Wer ein Datenprofil bei uns hat, kann es an eine Firma oder auch an fünfzig verkaufen.

Was Datawallet vorhat, ist visionär – ein Eigentumsrecht an den eigenen Daten und die Möglichkeit, an ihnen mitzuverdienen.

leichtes Spiel haben - mieć łatwo
e Plattform -en
et preisgeben - zdradzać
et generieren - sporządzić
r Eigentümer (-) - właściciel
r User -/ e Userin -nen = r Nutzer - użytkownik
an et mitverdienen - zarobić wspólnie z kimś na
s Start-up -s - nowo powstała firma
s Geschäftsmodell -e - model działalności gospodarczej
r Anteil -e - udział
s finstere Mittelalter - średniowiecze
im Grunde - w zasadzie
et beanspruchen - żądać; wymagać
s Gut Pl Güter - towar
e Einnahmequelle -n - źródło dochodów
s Datenschutzgesetz -e - ustawa o ochronie danych
e Regelung -en - przepis, regulacja
et bündeln - hier: zbierać
e Statusmeldung -en - status
Like -s
et aus et ablesen - wyczytać erkennen; odczytać
et hochladen - przesłać
e Vorliebe -n - upodobanie
e Partnerbörse -n - serwis randkowy
s Forum Pl Foren

e Einstellung -en - nastawienie
e Rabattkarte -n - karta rabatowa
lukrativ
e Datenflut -en - duża ilość danych
et aufbereiten - posortować
r Daten-Broker (-) firma zbierająca wszystkie informacje o użytkowniku i zajmująca się ich sprzedażą
et aufkaufen - wykupić
e Big-Data-Analyse -n - analiza dużej ilości danych z pomocą programu komputerowego
r Steckbrief -e  - zbiór danych o osobie
s Profil -e
r Geldbeutel (-) - portfel
et auf et/jn zuschneiden - dosł przycinać
et schalten - Werbespott wyświetlać
et reinholen - zdobywać
auf Basis von et - na bazie czegoś
geschaltet - hier: sprzedane/ kupione
den Spieß umdrehen - zaatakować kog. jego własną bronią
et verwalten - administrować
r Gigant -en
e Fairness - sprawiedliwość
et erzeugen - wytwarzać
sämtliche - wszystkie
visionär - wizjonerski
s Eigentumsrecht -e - prawo własności

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Stress

Wenn Stress krank macht 
 
Immer mehr Menschen weltweit leiden an Depressionen oder Burnout, weil der Stress am Arbeitsplatz zu groß ist. Das ist nicht nur für die Mitarbeiter ein Problem, sondern auch für die Wirtschaft.

Sich türmende Arbeit, ständig auf Abruf: Bis vor einem Jahr arbeitet Mark Brandner als Unternehmensberater und IT-Controller für internationale Firmen. Er ist unterwegs in der ganzen Welt, arbeitet 60 bis 70 Wochenstunden. Er genießt es, sich immer bereit zu zeigen für noch mehr Leistung.

Ich wollte unbedingt vorne dabei sein, wollte bei meinem Chef gut dastehen, wollte bei der Firma gut dastehen. Man bekommt ja auch ab und zu mal auf die Schulter geklopft. Man kriegt ’ne gewisse Wertschätzung zurück, die allerdings keine richtige Wertschätzung ist. Das ist ’ne absolute Fehleinschätzung. Es ging immer darum: weiter, weiter, weiter, fertig machen.

Mark Brandner muss immer mehr Umsatz für Kunden und die Firma bringen. Dieser hohe Druck und die Angst, dabei zu versagen, lassen ihn rund um die Uhr arbeiten. Anzeichen von Erschöpfung ignoriert er, bis er eines Tages buchstäblich nicht mehr kann.

Immer, wenn was Neues kam, habe ich dazu Ja und Amen gesagt – „ja, kann ich auch noch machen, ja, kann ich noch machen, kann ich noch machen“ – und hab die Sachen aber nicht mehr gemacht. Ich hab’s von A nach B gelegt, ich hab dann wieder ’ne Excel-Tabelle geöffnet und ... ich wusste, was mein Job war, ich wusste, was ich zu tun hatte, und ich wusste auch fachlich, in welche Richtung das geht. Aber ich hab gemerkt: Ich mach nichts mehr. Dann hab ich das wieder weggelegt und hab das Nächste wieder geöffnet. Aber ich saß zu dem Zeitpunkt vorm Rechner, und es ist einfach nichts mehr passiert.

Der heute 33-Jährige findet keine Erholung und hat immer weniger Antrieb. Er sucht sich ärztliche Hilfe. Die Diagnose: eine mittelschwere Depression – hervorgerufen durch eine tief greifende Erschöpfung. Mazda Adli ist Chefarzt der Fliedner-Klinik in Berlin, die sich unter anderem auf die Behandlung psychosomatischer Erkrankungen spezialisiert hat. Häufige Ursache: Burnout.

Also, die meisten klagen über psychische und körperliche Erschöpftheit, gepaart mit der Unfähigkeit, sich zu erholen. Es ist dann quasi nicht mehr möglich, den Akku wieder aufzuladen. Und was uns aufmerken lässt als Ärzte, ist, dass die Zahlen in den letzten Jahren ansteigen.

Das spiegelt sich wider in der Anzahl der Fehltage. Eine Untersuchung hat ergeben: Auf 1000 Mitarbeiter kamen in Deutschland im Jahr 2006 20 Fehltage. Im Jahr 2016 waren es bereits 110. Dabei kann das Gefühl, völlig ausgebrannt zu sein, jeden treffen – ob als Pfleger, Dienstleister oder Vorstandsvorsitzender.

Und wir wissen auch: Menschen, die aufgrund von seelischen Ursachen krank werden, haben dann auch noch besonders lange Ausfallperioden. Und das ist natürlich etwas, was nicht nur für den Einzelnen und für die Angehörigen belastend ist, sondern auch für die Volkswirtschaft.

Eine Studie der WHO prognostiziert den Verlust von rund 50 Millionen Arbeitsjahren weltweit aufgrund psychischer Leiden. Das entspräche einem wirtschaftlichen Schaden von rund einer Billion Dollar pro Jahr bis zum Jahr 2030. Die Lösung: Geld investieren in Prävention und Behandlung. Denn laut Studie verringert jeder Dollar die Ausfallkosten und führe zu einer höheren Arbeitsproduktivität im Wert von vier Dollar.

Sechs Monate war Mark Brandner in Behandlung. Ohne sie wäre er vermutlich über Jahre ausgefallen. Nach seiner Therapie versucht er, wieder in seinem alten Job Fuß zu fassen. Doch diese verdichtete Welt passt nicht mehr zu ihm. Er wagt stattdessen eine Kehrtwende um 180 Grad, macht sein Hobby zum Beruf ...

Ganz saubere Trennung ... und [ich] arbeite jetzt im Prinzip als Segellehrer und als Skipper, bin viel im Mittelmeer unterwegs. Und Geld: ja, keine Frage, deutlich weniger Geld, viel, viel weniger Geld, weniger als die Hälfte. Ist aber ... Es ist egal. Es hat den Stellenwert so ’n bisschen verloren, weil ich festgestellt habe: Es macht halt nicht glücklich. 

sich türmen - piętrzyć się 
ständig auf Abruf - ciągle na zawołanie
r Unternehmensberater (-) - doradca przedsiębiorstwa
r IT-Controller (-) - kontroler IT
vorne dabei sein - należeć do najlepszych
bei jm gut dastehen - mieć się dobrze hier: einen guten Eindruck machen
auf die Schulter geklopft bekommen ugs - zostać pochwalonym 
ab und zu - czasami
e Wertschätzung nur Sg - uznanie
e Fehleinschätzungen -en - błędna ocena
r Umsatz Pl Umsätze - obroty
aus Angst zu versagen - ze strachu przed porażką
rund um die Uhr - na okrągło
s Anzeichen (-) s Symptom
e Erschöpfung nur Sg - wyczerpanie
et ignorieren
buchstäblich - dosłownie
zu et Ja und Amen sagen - zgadzać się na wszystko
von A nach B ugs - od A do B
r Rechner  (-) r Computer
r Antrieb hier nur Sg - inicjatywa hier: e Lust
e Diagnose -n
et hervorrufen - wywoływać
tief greifend - dokładny hier: s. stark
sich auf et spezialisieren
psychosomatisch
r/ s Burnout -s
paaren - łączyć 
gepaart mit et - połączone z

quasi - jakby
den Akku wieder aufladen ugs - naładować akumulatory 
aufmerken - nadstawić uszu
r Fehltag -e  - dzień w którym nie idzie się do pracy 
auf et kommen - przypadać na
ausgebrannt - wyczerpany
r Dienstleister (-) - usługodawca
r Vorstandsvorsitzender (-)/e Vorstandvorsitzende -n - przewodniczący zarządu
seelisch - psychisch
e Ausfallperiode -n - okres w kórym ktoś jest na zwolnieniu
belastend - obciążający
e WHO (World Health Organization) Światowa Organizacja Zdrowia Weltgesundheitsorganisation
et prognostizieren 
et entsprechen - odpowiadać
e Billion -en
e Prävention -en  meist Sg 
et verringern - obniżyć
nur Pl Ausfallkosten - koszty, które powstają w wyniku zwolnień lekarskich pracowników
e Arbeitsproduktivität nur Sg - wydajność pracy
über Jahre - przez lata
ausfallen - wypaść
Fuß fassen - zapuścić korzenie hier: sich an et gewöhnen; sich gut und sicher fühlen
verdichtet - zagęszczony 
et wagen - odważyć się
e Kehrtwende -n - nagła zmiana
um 180 Grad - o 180 stopni
s Mittelmeer (immer mit Artikel) - Morze Śródziemne
r Stellenwert nur Sg - znaczenie

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Bad Nauheim feiert Elvis

Bad Nauheim feiert jedes Jahr im August Elvis Presley, den King of Rock’n Roll, mit einem Musikfestival. Er hatte als Soldat etwa 1,5 Jahre in dem hessischen Ort gelebt. Fans aus der ganzen Welt kommen in das Städtchen.

Knallige Autos, flatternde Petticoats und mitreißende Musik. Die Rock ’n’ Roll-Ära von Elvis Presley eroberte die Welt im Sturm und begeistert Fans noch heute.

Ich bin in Cleveland, Ohio, in der Nähe der Rock-’n’-Roll-Hall-of-Fame' aufgewachsen. Von klein auf war Elvis für mich der King of Rock ’n’ Roll. Ich wusste nicht, dass er auch in Deutschland gelebt hat. Erst recht nicht in dieser kleinen Stadt, die jedes Jahr das Europäische Elvis-Festival veranstaltet. Ich will wissen, was hier so los ist.

Elvis Presley wurde 1958, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, von der US-Armee eingezogen und in der deutschen Stadt Friedberg stationiert. Der benachbarte Ort Bad Nauheim in Hessen sollte für rund anderthalb Jahre sein Zuhause werden.

Heute lädt die Stadt den Rest der Welt zum 17. Europäischen Elvis-Festival ein. Mal gucken, ob sie den Geist von Elvis und Rock ’n’ Roll heraufbeschwören kann.

Drei Tage lang dreht sich in Bad Nauheim alles um den King of Rock ’n’ Roll: mit Autos, Mode, Musik und Tanz aus den 50er-Jahren. Was begeistert die Festivalbesucher heute noch an dieser Ära?

Rock ’n’ Roll ist halt sehr schön, man kann sich schön anziehen, man kann schön tanzen – das macht Spaß.

Elvis, Elvis, Elvis. Ich liebe Elvis.

Toller Mann, toller Sänger, toller Entertainer!

Meine Frau steht auf den Look von Elvis und stylt mir immer genauso die Haare.

Was ich wirklich mag, ist, dass Menschen hier sind, denen die Musik wichtig ist. Das finde ich toll, weil dadurch lebt es halt auch weiter.

Die meisten der Musiker hier sind keine Elvis-Imitatoren, allerdings ist er für sie nach wie vor eine große künstlerische Inspiration.
Auch für Grammy-Gewinnerin Darlene Love, die einst gemeinsam mit dem King auf der Bühne stand. Für die Elvis-Party am Abend sind Tanzkünste gefragt.
Spätestens am zweiten Festival-Tag haben in der Stadt tausende Elvis-Fans das Sagen.
Dieses Auto erinnert an den berühmten rosa Cadillac des Sängers. Der war bekannt dafür anzuhalten, um Autogramme zu geben, was ihm den Namen „Elvis, das Verkehrshinderniseinbrachte.
Das war übrigens nicht das einzige Mal, dass er in Schwierigkeiten geriet. Hotel-Manager Thomas Dröscher erzählt, warum der King und seine gesamte Entourage nach nur wenigen Monaten aus dem Hotel Grunewald rausgeworfen wurden.

Der Hauptgrund war, dass sie Zeitungen angezündet und dann das Feuer ausgeblasen haben. Das rauchende Papier haben sie dann vor andere Zimmer gelegt und fanden es lustig, als die alten Damen hinausgelaufen sind und dachten, das Hotel würde brennen. Irgendwann hat der Hotelbesitzer dann gesagt: Okay, jetzt reicht es!

Heute können Fans ab 150 Euro pro Nacht in dem original erhaltenen Zimmer übernachten.

Elvis-Fans sind normalerweise freundlich, gut gelaunt und lustig. Oder sie weinen vor Glück. Gestern war eine Frau hier, die hat das Bett geküsst.

Im Ernst?

Wirklich!

Offensichtlich brauchte der King eine Menge Spiegel, um sich zu stylen. Allein in diesem Zimmer sind sechs davon.

Fast überall wird man in Bad Nauheim an Elvis Presley erinnert. Besucher können während einer geführten Tour in seine Fußstapfen treten. Der Rundgang führt auch an seinem Haus in der Goethestraße 14 vorbei, in dem er seine spätere Ehefrau Priscilla Beaulieu auf einer Party kennenlernte. Das Haus wurde damals ständig von Fans aus aller Welt belagert.
Das Elvis-Festival nähert sich dem Ende. Fans haben bei mehr als fünfzig Veranstaltungen ihr Idol gefeiert.

knallig - jaskrawy
flattern - trzepotać
r Petticoat -s - halka 
jn mitreißen - porwać, wzbudzać entuzjazm
e Ära Pl Ären - era
im Sturm - szturmem
jn begeistern - zachwycić
von klein auf - od małego
s Festival -s
jn einziehen - zaciągnąć kog. (do służby wojskowej) 
jn stationieren
anderthalb ugs -półtorej 
heraufbeschwören - Erinnerung przywoływać
sich um etwas drehen - chodzić o
r Entertainer (-) - artysta estradowy
r Look -s - wygląd
jn stylen
r Imitator -en/e Imitatorin -nen
nach wie vor - w dalszym ciągu
e Inspiration -en

r Grammy -s
e Tanzkunst Pl -künste - umiejętności taneczne
das Sagen haben - rządzić
r Cadillac -s
s Verkehrshindernis -se - utrudnienia w ruchu ulicznym
einbringen - Gewinn przynosić
in Schwierigkeiten geraten - popaść w kłopoty
e Entourage - osoby towarzyszące
jn rauswerfen - wyrzucić
et anzünden - podpalić
et ausblasen - zgasić 
hinauslaufen - wybiec 
erhalten - zachowany
offensichtlich - niewątpliwie
r Fußstapfen (-) - odcisk stopy
in die Fußstapfen von jm treten - pójść w czyjeś ślady
r Rundgang- gänge - spacer
et belagern - oblegać coś
s Idol -e

skróty - Abkürzungen hier 
MP3 + ćwiczenia hier