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Top-Managerin gibt Karriere auf, um Eltern zu pflegen Doku

 


Top-Managerin gibt Karriere auf, um Eltern zu pflegen

 

Vera ist eine erfolgreiche Managerin. Die Tochter aus einer Bergmann- und Arbeiterfamilie im Westerwald hat den Weg nach ganz oben geschafft. Doch jetzt – 10 Jahre vor der Rente – will sie kündigen, um sich um ihre alten Eltern im Westerwald und die Schwiegereltern in der Eifel kümmern. Dabei träumte Vera schon als Kind davon, frei und unabhängig zu leben und um die Welt zu reisen. Sie war die erste in ihrer Familie, die Abitur machen konnte. Ihre Eltern haben sie unterstützt – auch wenn das bedeutete, dass Vera nur noch selten zu ihnen nach Hause kam. Vera kämpfte sich hoch ins Top-Management. Für Fujitsu, Bosch und Siemens reist sie von Kontinent zu Kontinent. Als Expertin für Digitalisierung und Spitzentechnologie ist sie weltweit gefragt.

Haushalt und Familie, sagt Vera, waren nicht ihr Ding. Doch dann kam die Pandemie und Verwandte starben an Corona. Statt in ferne Länder zu jetten, fand sie sich im Home-Office wieder. Ihr wurde plötzlich bewusst, dass Familie nicht selbstverständlich ist. Jetzt nahm sie sich Zeit für die alten Eltern. Und merkte, dass sie die beiden eigentlich gar nicht kennt.

Das will sie ändern, sich kümmern, etwas zurückgeben. Und so gibt die Top-Managerin ihre Konzernkarriere auf, kündigt die hochbezahlte Festanstellung und zieht in die Nähe der Eltern und Schwiegereltern. Statt um die Welt zu jetten oder in Video-Calls zu sitzen, entlastet sie jetzt die alten Leute, hat Zeit für sie. Reden, zuhören, ihnen näher kommen. Pflege im Viererpack. Ganz oder gar nicht. Als Managerin ist sie gewohnt, schwierige Situationen zu beherrschen. Statt um Spitzentechnologie kümmert sich Vera also um Haushalt, Arztbesuche und die Sorgen von vier alten Menschen. Statt international im Einsatz zu sein, beschränkt sich ihre Welt auf den Westerwald und auf die Eifel. Kann das gelingen?

Filmemacherin Caterina Woj hat Vera und ihre Familie ein halbes Jahr lang begleitet.

Karrierekiller Kind – will ich Mutter sein oder Chefin? Doku

 


 

Karrierekiller Kind – will ich Mutter sein oder Chefin?

 

An der Uniklinik Mainz ist Assistenzärztin Nuray im Dauerstress: Sie ist mitten in ihrer Ausbildung zur Fachärztin für innere Medizin: Wochenenddienste, Nachtdienste und jeden Tag Überstunden. Sie arbeitet auf ein Stipendium im Ausland hin und betreut ein eigenes Forschungsprojekt. Doch dann macht ihr ein positiver Schwangerschaftstest einen Strich durch die Rechnung. Mit Kind ihre Ausbildung zu beenden, wird eine Herausforderung. Denn Teilzeit ist als Assistenzärztin an der Klinik so gut wie unmöglich.

Auf die junge Fachärztin Alica warten an der Uniklinik Frankfurt zeitgleich der letzte Patient in der Notaufnahme und ihr kleiner Sohn in der Kita. Wegen Personalmangels muss die Uni-Kita mittags schließen. Doch Notfälle scheren sich nicht um Kita-Schließzeiten. Kind und Klinik - seit der Geburt ist Alica, wie sie es selbst nennt, im „Ausnahmezustand“. Sie arbeitet hart, denn die Konkurrenz im Klinikumfeld ist groß. Und sie will es bis nach oben schaffen.

Irina Blumenstein hat es inzwischen bis in die mittlere Führungsebene geschafft: Als Oberärztin leitet sie eine Ambulanz an der Uniklinik Frankfurt. Obwohl sie drei Kinder hat. Als sie anfing zu arbeiten, habe es nur ganz wenige Oberärztinnen gegeben, so Irina. „Und die, die es gab, hatten alle keine Kinder.“ Nun hofft sie auf den nächsten Karriereschritt, der Frauen in Deutschland höchst selten gelingt: Sie hat sich auf eine Stelle als Professorin beworben.

Obwohl fast zwei Drittel der Medizinstudierenden inzwischen Frauen sind, schaffen sie es bis heute kaum in die Führungspositionen der Kliniken. Vor allem in den Unikliniken fehlen weibliche Chefs. Nur 13 Prozent aller gehobenen Führungspositionen sind von Frauen besetzt. Unplanbare Arbeitszeiten, unflexible Arbeitsmodelle und starre Hierarchie-Strukturen sind mit einer Familie nur schwer zu vereinbaren. Wie gehen Alica, Irina und Nuray mit diesen Herausforderungen um? Welche Ideen helfen ihnen raus aus der Karrierefalle? Die Filmemacherinnen Valerie Henschel und Anabel Münstermann sind diesen Fragen nachgegangen. Sie haben die drei Frauen über viele Monate in ihrem Berufs- und Privatleben begleitet und ihre Sorgen, Erschöpfung und Erfolge dokumentiert.

 

Der große Traum vom Aufstieg: Mein Weg nach oben Doku

 


 

 Der große Traum vom Aufstieg: Mein Weg nach oben

 

Wer hat das Zeug zum Bildungsaufsteiger? Ein weit verbreiteter Glaube ist, dass jede*r für sein*ihr Glück selbst verantwortlich ist, dass harte Arbeit und gute Schulnoten ausreichen. Dabei ist in Deutschland das Elternhaus noch immer entscheidend für den Bildungsaufstieg.

 

Reporterin Nadia Aboulwafi ist unterwegs im Westen und redet mit Schüler*Innen aus Gelsenkirchen. Sie begleitet einen 14-jährigen jesidischen Jungen, der kurz vor seinem Auslandsjahr in Amerika steht, das durch ein Stipendium gefördert wird. Und eine 18-jährige Abiturientin mit türkischen Wurzeln, die bald studieren möchte. Beide haben einen Migrationshintergrund und kommen nicht aus einer Akademikerfamilie. Die Reporterin möchte herausfinden: was motiviert die Schüler*Innen, welche Hürden haben sie und wie unterstützt sie ihr Umfeld?