Wird Sahra Wagenknecht die Arithmetik
der deutschen Parteienlandschaft fundamental verändern? Viele aktuelle Umfragen deuten genau
darauf hin. Nach dem Zerwürfnis mit der LINKEN hat sie mit engen Getreuen das
„Bündnis Sahra Wagenknecht - für Vernunft und Gerechtigkeit“ gegründet.Schon
bald soll aus dem Verein dann eine Partei werden. Nicht nur das politische
Berlin fragt sich, ob hier tatsächlich langfristig mit einem ernstzunehmenden
neuen Player zu rechnen ist. Welche Wählerschichten wird sie anziehen, und wie
wird sich die Wagenknecht-Partei inhaltlich positionieren?
Anhand von Amateuraufnahmen und
Tagebuchaufzeichnungen erzählt die Doku die Geschichte von Hausfrauen aus deren
eigener Perspektive. Filmemacherin Michèle Dominici stellt
Frauen in den Mittelpunkt, die ein Hausfrauenleben lebten, diskret und
unsichtbar in seiner Alltäglichkeit – so wie Millionen anderer Frauen ab den
50-er Jahren. Doch wie wurde dieses Dasein erlebt?
„Als ich meine Mutter fragte, warum sie
nach dem Jahr ihrer Heirat aufgehört habe, ihre Memoiren zu schreiben,
antwortete sie mir, danach sei doch nichts Interessantes mehr zu berichten
gewesen. Ihre Erfahrung und sicher auch die allgemeine Geringschätzung des
Hausfrauenstandes hatten sie schließlich von ihrer eigenen Bedeutungslosigkeit
überzeugt. Sie lebte ein Hausfrauenleben, diskret und unsichtbar in seiner
Alltäglichkeit – so wie Millionen anderer Frauen nach dem Zweiten Weltkrieg“,
so die Filmemacherin Michèle Dominici.
Damals wurde erwartet, dass die Frauen
an den Herd zurückkehrten, ihre Arbeitsplätze den heimkehrenden Soldaten und
Kriegsgefangenen überließen und dass sie möglichst viele Kinder zur Welt
brachten.Eine Erwartung, die geschickt mit
dem Märchen vom herrlichen Hausfrauenleben kaschiert wurde. Doch wie dieses
Märchen erlebt wurde, das steht auf einem anderen Blatt.
Die Geschichte der Hausfrauen blieb
lange unbeachtet, obwohl es unzählige Hausfrauen gab und gibt, die in unserer
Gesellschaft wertvolle Care-Arbeit leisten, das heißt, sie kümmerten sich,
sie sorgten sich um andere, zogen Kinder groß, pflegten Eltern und
Schwiegereltern und Großeltern. Kurz, sie machten alles, wofür die Männer
sich zu gut waren. Der Dokumentarfilm stützt sich auf die unveröffentlichten
Tagebücher eines Dutzends Frauen, die zwischen 1945 und 1970 geheiratet haben.
Alle Schilderungen scheinen dieselbe
Geschichte zu erzählen. Wiederkehrende Themen sind: die glücklichen Anfänge der
Ehe, die Liebe zu Mann und Kindern, Langeweile und Einsamkeit, Unbehagen und
das Stellen der Bedürfnisse anderer über die eigenen. Und oft kamen auch Depressionen dazu. Die
vollkommen aus Amateuraufnahmen und Tagebucheinträgen bestehende Dokumentation
gibt den Hausfrauen die Sichtbarkeit zurück und eine Stimme, die ihnen in der
Gesellschaft allzu oft verwehrt blieb und immer noch bleibt.